Das Archiv zur Zeitgeschichte und zum Rechtsextremismus umfasst Zeitschriften, Materialien und Dokumente zur
westdeutschen Geschichte von den 1950er bis 1990er Jahren, insbesondere zum Rechtsextremismus, zur Gewerkschaftsbewegung
und sehr unterschiedlichen linken Strömungen.
Im Wesentlichen besteht das Archiv aus Materialien des Journalisten Nikolaus I. Ryschkowsky (1919-1996).
Dessen Arbeitsschwerpunkt bildeten vor allem die "nonkonformen" politischen Strömungen in Westdeutschland und Österreich,
die auf der linken oder rechten Seite vom politischen Mainstream (Marktwirtschaft, Westanbindung, parlamentarische Demokratie) abgewichen sind.
Hierzu gab er im Zeitraum von 1958 bis 1986 mehrere Informationsdienste (Studien von
Zeitfragen, Interfact, Links Europa) in geringer Auflage heraus, die unter anderem über nationalistische
Strömungen, verschiedene linke Strömungen auf deutscher und europäischer Ebene sowie die
Entwicklung innerhalb der Friedensbewegung und der Gewerkschaften berichteten.
Die Informationsdienste sind in die wissenschaftliche Forschung eingeflossen. So wurde unter anderem bei der Erstellung
des 1983 von Richard Stöss herausgegebenen Parteienhandbuchs auf Schriften und Materialien Ryschkowskys
zurückgegriffen.
Hinzu kommen Materialien des Vereins zum Rechtsextremismus aus den 1980er und 1990er Jahren, unter anderem Schriften
der Republikaner und der NPD. Geplant ist die Ergänzung des Materials mit aktuellen Schriften, Informationen zur
Situation im Raum Göttingen und die Anlage einer Bibliothek zum Thema. Hierzu wird der Verein mit
antifaschistischen Gruppen im Raum Göttingen zusammenarbeiten.
Es befindet sich in den Räumen der Internationalen Bibliothek des
Hauses
der Kulturen und kann eingesehen werden.